Russland wird Visavergabe an US-Bürger nicht einschränken

Obwohl die US-Botschaft in Russland die Vergabe von Nichteinwanderungsvisa einschränken wird, wird Russland weiterhin in unveränderter Zahl Visa an US-Bürger vergeben. Dies teilte Russlands Außenminister Sergei Lawrow am Montag mit.

In der Mitteilung hieß es weiter, die Visavergabebeschränkungen der USA ziele darauf, dass sich Missstimmung und Wut im Volk gegen die russische Regierung bilde, um eine so genannte farbige Revolution in Gang zu setzen. Russland werde auf die US-Visavergabemaßnahmen angemessen und zeitnah reagieren.

Die US-Botschaft in Russland hatte am Montag angekündigt, dass sie aufgrund Personalmangels ab dem 23. August die Vergabe von Nichteinwanderungsvisa vorübergehend einstellen werde.

China Radio International.CRI

In Zukunft mit der Transsib von Wladiwostok bis Wien

Bei der Vorstellung des Projekts „Breitspurstrecke Košice–Wien“ erklärte Österreichs Verkehrsminister Jörg Leichtfried, Österreich sei ein logisches Ziel der Trans-sibirischen Eisenbahn.

Die Trans-sibirischen Eisenbahn erhält durch die Weiterführung der russischen Breitspur von Košice über Bratislava nach Wien eine Anbindung an das Europäische Schienennetz, an das europäische Wasserstraßennetz über die Donau-Schifffahrt und an den Wiener Flughafen.

Mit dem Bau der etwa 400 km langen Strecke könne im Jahr 2023 begonnen werden. Die Verlängerung der Breitspur-Linie mit dem Bau eines Eisenbahn-Terminals wird der österreichischen Wirtschaft einen wichtigen Impuls geben. Jährlich werden über 20.000 Züge auf der Strecke laufen. Die Gesamtkosten der Eisenbahn-Erweiterung und des Umschlag-Bahnhofes werden fast 6,5 Milliarden Euro kosten und etwa 127.000 Arbeitsplätze schaffen.

Die Sanktionen der europäischen Union gegen Russland werden das Projekt nicht verhindern, denn die EU unterstützt die Eisenbahn-Erweiterung. Die Bahngesellschaften von Österreich, Russland, der Ukraine und der Slowakei haben im Jahr 2009 ein in Wien registriertes Joint-venture zum Zweck der Erweiterung des 1520 mm Spurbahn von Košice nach Bratislava und weiter nach Wien gegründet.

[hmw/russland.NEWS]

Inder und Chinesen im Ural [Video]

Bei einer Reise im Südural wurden unsere Redaktionsmitglieder, darunter unsere russland.TV-Moderatorin Ariana, von einem Gerücht überrascht: In einem weitab der Zivilisation in wunderbarer Natur gelegenen Jugendcamp sollen sich Chinesen und Inder aufhalten.

So sind wir da gleich einmal hin gefahren. Hinter dem Gerücht verbarg sich ein interessantes Quartett wirklich aus einer jungen Chinesin, einem Inder, einem Algerier und einer Türkin – und ein herrliches Beispiel für gelebte Völkerfreundschaft. Was sie hier im tiefen russischen Hinterland machen und uns so erzählten erfahrt Ihr in Arianas Sommerbericht. Auch sie gibt es ab September wieder regelmäßig Freitags mit ihrer Videoreihe Russisch vs. Deutsch. Wer sie einmal live treffen will: Das geht in genau einer Woche in Köln auf den Videodays 2017 zusammen mit unserem Videoredakteur Roland Bathon.

Putins Sibirienurlaub [Video]

Da gerade fast unser komplettes Videoteam selbst in Russland unterwegs ist, wäre es uns fast unter gekommen, dass auch das russische Staatsoberhaupt verreist war.

Jetzt, während Putin frisch zurückgekehrt schon wieder den ersten Staatsbesuch absolviert, liefern wir Euch aber doch die naturromantischsten, die Coolness-Faktor-reichsten und die actiongeladensten Urlaubsszenen von Wladimir Putin (begleitet vom Verteidigungsminister, zwei Regionalchefs, Tross und Drohne) aus der Region Tula in Sibirien.

Moskau ist anders – Petersburg auch: Unsere Autorin Daria Boll-Palievskaya ist dem Charme von St. Petersburg erlegen

„Entschuldigung, wie kommen wir am besten zur italienischen Renaissance?“

„Sie möchten die alten Italiener sehen? Wie ich Sie dafür beneide, junge Frau!“, der adrett gekleidete ältere Herr steht von seinem Stuhl höflich auf und redet auf mich leise ein. „Nehmen Sie aber unbedingt den Weg über den englischen Saal, allerdings hat „Dame in Blau“ vom großen Thomas Gainsborough uns kurz verlassen, sie ist nach Japan gereist“.

So ein Dialog mit einem Museumsaufseher kann Ihnen nur in einer einzigen Stadt der Welt passieren. Und zwar in Petersburg. Die Petersburger sind in ihrer ausgesprochenen Höflichkeit und Liebe zu ihrer Stadt einmalig in ganz Russland. Hier wird jede Taxifahrt zu einer Sehenswürdigkeitsbesichtigung. Denn jeder Taxifahrer erzählt seinen Gästen ungefragt alles, was er über die Häuser und Denkmäler weiß, an denen Sie vorbeifahren. Dazu gibt er noch seine Tipps zum besten Aufenthalt in Petersburg. „Sehen Sie diese Terrasse da, am Newskij! Eigentlich ist es verboten, solch große Balkone zu bauen, aber man hat die alten Skizzen und Fotos gefunden und die Terrasse genau so aufgebaut. Jetzt kann man dort wunderbar sitzen und Kaffee trinken. Übrigens, wissen Sie, wo man den besten Kaffee in der Stadt bekommt…?“

Versuchen Sie mal in Moskau einen Passanten nach einer Straße zu fragen. Keine Chance! Die ewig gehetzten Moskauer werden etwas wie „Kann ich nicht sagen“ murmeln und an Ihnen vorbeirennen. „Moskau glaubt den Tränen nicht“, besagt das russische Sprichwort. Hier kämpf man mit harten Bandagen und hat keine Zeit, sich mit dummen Touristen zu beschäftigen. Der Petersburger dagegen würde Sie quasi bis zur von Ihnen gesuchten Straße begleiten und unterwegs noch ihre Geschichte erzählen.

An Touristenmassen ist man hier gewohnt. Gefühlte Millionen Chinesen, Spanier, Italiener, Amerikaner (erstaunlicherweise sehr wenig Deutsche, zumindest im Sommer 2017) durchstreifen diese großartige Stadt. Sie sind auch auf die Hilfe der Einheimischen mehr oder weniger angewiesen, denn nirgends ist auch nur ein Wort auf Englisch zu lesen. Alle Straßenschilder sind auf Kyrillisch. Es ist ein Paradox: in Moskau, wo sich nur wenige Touristen hin trauen, werden sogar die Stationen in der Metro auf Englisch angekündigt, geschweige denn, dass im ganzen Stadtkern die Straßenschilder auch in englischer Sprache angebracht sind. In St. Petersburg dagegen, das vom Tourismus lebt, wird das Finden einer Metrostation für einen Angereisten zu einer Herausforderung, denn der die Metro bezeichnende Buchstabe „M“ ist sehr klein und unscheinbar. Das Erwerben eines Fahrscheins entpuppt sich dann als eine kaum lösbare Aufgabe, und ist in seiner Undurchsichtigkeit nur mit dem deutschen Tarifsystem der öffentlichen Verkehrsmittel zu vergleichen.

Aber das alles schreckt die Menschen aus der ganzen Welt nicht davon ab, St. Petersburg sehen zu wollen. Und tatsächlich, wer einmal nachts das Wunder der „singenden Brücken“ an der Newa erlebt hat, der würde alle Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen, um dieses Spektakel noch einmal erleben zu dürfen. So viele Schnellbote durchqueren den Fluss, um ihren Passagieren kurz nach 1 Uhr den Blick auf hochziehende Brücken zu gönnen, dass man diesen Andrang mit einem Moskauer Stau zu Stoßzeiten vergleichen kann. Kurz nach zwei Uhr nachts werden Sie an einem der Newakanäle wieder am Ufer abgesetzt. Der Weg zum Hotel führt durch den Newskij Prospekt – die Hauptader von Petersburg, und man hat das Gefühl, dass die ganze Stadt noch auf den Beinen ist – es ist hier fast genau so voll wie noch vor einigen Stunden. Die Lokale jedenfalls scheinen hier nie zu schließen, und man kann sich auch mitten in der Nacht einen Kaffee in einer internationalen Kette oder ein typisch russisches Gericht in einer kleinen Kneipe schmecken lassen. Hier und da spielen Straßenmusiker, besser gesagt Straßenbands. Sie spielen keine internationalen Hits, nein. Sie spielen den alten Leningrader Rock, auf denen die Petersburger immer noch sehr stolz sind.

In dieser Stadt gab es schon immer ein bisschen mehr Freiheit als anderswo in Russland.

Venedig des Nordens, Stadt der Brücken, Wiege der Revolution – Petersburg hat viele Namen. Seine Sehenswürdigkeiten sind unzählig, seine Atmosphäre einmalig. Man verläuft sich in langen Spaziergängen und hat beim Anblick eines runden Platzes das Gefühl, in Paris oder Rom gelandet zu sein. Man findet den Weg zu einem Kanal und, ja, man ist wieder in… Venedig? Aber nein, man ist immer noch in Russland – in St. Petersburg, ehemaligem Leningrad, ehemaligem Petrograd und wieder Petersburg.

Endlich kommt man im Hotel an. Die Rezeptionistin ist ganz besorgt, sind wir doch in den Regen gekommen? Sie hat uns ja gewarnt, wir hätten die Regenschirme mitnehmen sollen. Am besten kauft man einfach einen „Wegwerfregenmantel“ für 150 Rubel und packt ihn in die Tasche. Das Wetter ist das beherrschende Thema in dieser Stadt. Kein Wunder, dass Peter der Große allen reichen Eigentümer befohlen hatte, ihre Häuser in kräftigen Farben zu streichen, um die Stadt ein wenig aufzuhellen. Denn das Klima hier ist alles andere als einladend. Heftige Winde, hohe Feuchtigkeit und wenig sonnige Tage, sagt man, machen das Leben in St. Petersburg schwer. Doch für diejenigen, die nur kurz in diese Stadt kommen, ist das nicht so wichtig. Ob beim Regen oder in der Sonne, St. Petersburg ist immer eine Reise wert.

[Daria Boll-Palievskaya/russland.NEWS]